Geburt Christi
Staatliche Museen zu Berlin.
Russische Ikone 16. Jh., vermutlich aus einer nordrussischen Werkstatt,
Maße 40 x 33,5 cm

Die Geburt Christi ist in eine zerklüftete Berglandschaft plaziert, der zart schattierte ockerfarbene Hintergrund bildet die Kulisse für das Geschehen. Maria ist liegend auf einem roten Diwan plaziert. Hinter ihr öffnet sich die Berghöhle. Dort liegt, kaum zu sehen, das gewickelte Christuskind in der Krippe, Ochs und Esel beugen sich darüber und drei Engel stehen anbetend daneben. Die Höhle ist mit einem Zacken nach oben akzentuiert, welcher vom Stern Bethlehems am oberen Rand wieder aufgegriffen wird.
Die Hirten kommen, um zu sehen und gehen, um zu verkünden. Im darunter liegenden Teil des Bildes sieht man weitere Geschichten, die traditionell zur Darstellung der Geburt Christi auf Ikonen dazu gehören. Links sitzt Joseph, den Kopf in die Hand gestützt. Vor ihm steht der Teufel, der ihm Zweifel über die Botmäßigkeit des Geschehens säen möchte. Rechts daneben bereiten zwei Dienerinnen das erste Bad des Kindes vor. Die linke gießt Wasser aus einer Kanne in den Badezuber, die rechte hält das Kind auf ihren Knien und prüft mit der Hand die Wassertemperatur. Diese Badeszene findet man auch bei Geburtsszenen anderer Heiliger. Am unteren Rand wird die Geschichte der Flucht nach Ägypten erzählt. Links erscheint dem schlafenden Joseph im Traum ein Engel, der ihn auffordert, mit seiner Familie zu fliehen, rechts führt Joseph den Esel mit Maria und dem Kind auf ihrer Flucht nach Ägypten.
Die schöne Ikone strahlt mit ihrer harmonischen Farbgebung und sparsamen Erzählweise eine noble und elegante Ruhe aus. |