Hl. Olga
Russland, 19. Jahrhundert
Eitempera auf Holz, Oklad, 27,2 x 22 cm
Inv.-Nr. IHM 262, Sammlung Schmidt-Voigt

Die Hl. Olga ist ganzfigurig in fürstlichem Gewand mit
Krone dargestellt. Ihre rechte Hand umfasst ein Kreuz,
während sie in der linken ein entrolltes Schriftblatt hält.
Über ihr thront Christus Pantokrator.
Der Ikone ist ein Oklad aufgesetzt, der Aussparungen
für die Gestalten Olgas und Christi aufweist.
Die Hl. Olga wurde um 890 geboren. Von 945 bis 962
war sie, für ihren noch minderjährigen Sohn Svjatoslav,
Großfürstin des Kiever Reiches. Ihre Bedeutung für die
russ. Kirchengeschichte liegt darin, dass sie die erste nachweisbare
Angehörige des fürstlichen Hauses war, die sich
zum Christentum bekannte.
Ihre Taufe erfolgte 957, wobei
sie den Taufnamen ihrer Patin, der byz. Kaiserin Helena,
annahm. An welchem Ort dies erfolgte, darüber gehen
die Meinungen auseinander; es kommen Kiev oder Konstantinopel
in Betracht. Neben intensiven Kontakten zum
Byzantinischen Reich unterhielt sie auch Verbindungen
zum deutschen Kaiserhof. 961/62 weilte Adalbert, der spätere
Erzbischof von Magdeburg in Missionsabsichten bei
ihr. Sie starb 969; in den Chroniken wird ausdrücklich ihr
christliches Begräbnis bemerkt. Die Kanonisierung der
Hl. Olga erfolgte bereits zu Beginn des 13. Jhs., noch vor
dem Einfall der Mongolen nach Russland.
Festtag: 11. Juli.
(Klaus-Rainer Althaus, aus: Ikonen.Ikonen des Ikonen-Museums Frankfurt, 2005) |