Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt - Stiftung Dr. Schmidt-Voigt

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Ikone des Monats Juni


Hl. Theodor Tiron mit Vitaszenen

Russland, Anfang 19. Jh.
Eitempera auf Holz, 31,4 x 26 cm
Inv.-Nr. IH 934, Sammlung Dr. Schmidt-Voigt

Die Ikone zeigt den Hl. Theodor Tiron umgeben von Szenen aus seiner Vita. Theodor Tiron (griech. Rekrut) zählt zu den am meisten verehrten Kriegerheiligen der Orthodoxie und war neben Theodor Stratelates (griech. Feldherr, General) Patron des byzantinischen Heeres. Nach der Überlieferung diente er als einfacher Soldat im römischen Heer unter Kaiser Maximianus (286–305). Er steckte den Tempel der Kybele in Amaseia (Türkei) in Brand, woraufhin er gemartert und verbrannt wurde.

Spätere Vitenbeschreibungen berichten von seinem Drachenkampf und von zahlreichen Wundern, die er bewirkt haben soll. Über seinem Grab in Amaseia (heutiges Avkhat) ließ Kaiser Athanasios (491–518) eine Wallfahrtstätte errichten. Seit dem 9. Jahrhundert begegnet dort auch die Verehrung des Hl. Theodor, der nach seiner Passio unter Licinus (308 –324) sein Martyrium erlitt.

Im Bildzentrum der Ikone ist Theodor Tiron als Ganzfigur zu sehen. Er erscheint als gerüsteter Soldat mit Panzer und Chlamys. In seiner Rechten trägt er ein Handkreuz, während seine linke Hand eine Lanze hält. Über seinem Kopf erscheint am Bildrand das Tuchbild Christi (Mandylion). Zu beiden Seiten des Heiligen sind je zwei Szenen aus seiner Vita in eigenen Bildfeldern dargestellt. In der linken oberen Szene wird geschildert, wie Theodor zum Verhör gebracht wird. In der darunter folgenden Darstellung fordert Theodor die Götzenbilder ein. Rechts oben wird das Martyrium des Heiligen gezeigt, bei dem ihm mit Eisenhaken die Haut abgekratzt wird. In der sich darunter anschließenden Szene öffnet Theodor die Kerkertüren. Die kirchenslawischen Inschriften neben den Szenen erläutern das jeweilige Geschehen.

Der Hl. Theodor Tiron wird meistens im Kampf mit dem Drachen dargestellt. Ikonen mit mehreren Szenen aus dem Leben des Heiligen begegnen dagegen selten. Oft ist er zusammen mit seinem Namensvetter Theodor Stratelates abgebildet.

Festtag: 17. Februar. Karin Kirchhainer, aus: Ikonen. Ikonen-Museum Frankfurt a. M., Frankfurt am Main 2005


 

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