Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt - Stiftung Dr. Schmidt-Voigt

 

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Ausstellung

"...von der Hand deines Dieners"

Christliche Ikonen der arabischen Welt

Ausstellungsdauer: 4. Oktober 2004 bis 16. Januar 2005

Die Arabische Welt ist in diesem Jahr Ehrengast auf der Internationalen Buchmesse. Das Ikonen-Museum Frankfurt ist deshalb ganz besonders stolz, christliche Ikonen der arabischen Welt zu präsentieren - in einer Ausstellung mit Schatzkammer-Charakter zeigen Ägypten, Syrien und der Libanon insgesamt 35 Meisterwerke der orientalischen Ikonenmalerei des 16. - 19. Jahrhunderts.

Gottesmutter Hodegetria

Gottesmutter Hodegetria

Ägypten, Syrien und der Libanon - mit dem Klang dieser Namen verbinden wir Pyramiden, Palmyra und Baalbek, Zeugnisse Jahrtausende alter Geschichte. Wir fühlen uns entführt in den magischen Orient, in große geheimnisvolle Städte wie Alexandria, Kairo, Damaskus und Beirut. Wir wandeln auf den Spuren vergangener Hochkulturen. Ein Spaziergang durch die alten Basare erweckt in uns die Vorstellung, es könnte schon damals so gewesen sein. 

Die Wiege des Christentums

Ägypten, Syrien und der Libanon - diese Region ist die Wiege des Christentums. In Maaloula, Syrien, wird bis heute das Aramäische, die Sprache des Herrn gepflegt. Hier lehrte Christus und scharte seine Jünger um sich. Die Flucht vor Herodes nach Ägypten kurz nach seiner Geburt kennen wir aus der Weihnachtsgeschichte. Der große Mönchsvater Antonius und der Eremit Paulus verhalfen dem klösterlichen Leben zu seiner ersten großen Blüte und gründeten in der ägyptischen Wüste bedeutende Klöster. 

Über hundert unterschiedliche christliche Kongregationen

Die Säulenheiligen Simeon der Ältere und Simeon der Jüngere

Die Säulenheiligen Simeon der Ältere und Simeon der Jüngere

Die drei sich präsentierenden Länder gelten seit dem 7. Jahrhundert als islamisch. Die muslimischen Herrscher waren den Christen gegenüber dennoch tolerant genug, dass Raum blieb für die großen religiösen Auseinandersetzungen innerhalb der christlichen Lehrmeinung und die Entwicklung von heute über hundert unterschiedlichen christlichen Kongregationen vor allem in Syrien und dem Libanon. Das Christentum behauptet sich als zweite starke religiöse Kraft. Die Kopten in Ägypten, der christlich-orthodoxen Kirche zugehörig, litten in den ersten Jahrhunderten des Christentums besonders schwer. Die Christenverfolgungen z.B. unter Diokletian fanden auf ägyptischem Boden statt und forderten Tausende von Märtyrertoden. Großmärtyrer wie die Heiligen Georg oder Demetrios kamen dort zu einem grausamen Tod.

Leuchtende Rottöne und kunstvoll gravierte Goldgründe

Syrien und der Libanon sind führend in der künstlerischen Entwicklung der Ikonenmalerei, welche in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einer neuen Blüte gelangt. Die Ausstellung zeigt hervorragende Beispiele dieser Kunst aus Klöstern und einer Privatsammlung. Besonders schöne Beispiele sind der Akathistos Hymnos, das große Marienlob, welches im Stehen gesungen wird, von Yusuf Al-Mussawir gemalt, der monumentale Heilige Georg im Drachenkampf, 1706 von Neemeh Al-Mussawir kraftvoll umgesetzt oder die in Syrien und Libanon sehr verehrten Säulenheiligen Simeon der Ältere und Simeon der Jüngere, 1699 ebenfalls von Neemeh gemalt. Die Verwendung leuchtender Rottöne und kunstvoll gravierter Goldgründe, deren Muster man von den Seidenbrokaten Aleppos kennt, überziehen die Ikonen mit einem orientalischen Schleier. Dennoch bleibt die erhabene Strenge der traditionellen Malerei erhalten.  

Die Ursprünglichkei der koptischen Kunst

Der Heilige Antonius

 

 

Die koptische Kunst Ägyptens des 18. Jahrhunderts ist reizvoller Gegenpol. Von der frühen koptischen Textilkunst, Buchmalerei und vor allem Wandmalerei beeinflusst, begeistern sie mit ihrer Ursprünglichkeit, dem einfachen und sicheren Malstil, der sich vor allem in den Darstellungen ihrer lokalen Heiligen erhalten hat, wie bei Antonius dem Großen oder den hundsköpfigen Heiligen Ahrakas und Oghani. 

Toleranz und Wertschätzung des religiösen Kulturerbes

Drei muslimische Länder präsentieren sich zur Buchmesse mit christlicher Kunst - politisch hochaktueller Beweis für die Toleranz und gegenseitige Wertschätzung des religiösen Kulturerbes. Die arabische Tradition stand in ihrer Geschichte mit der Entwicklung des frühen Christentums in Verbindung. Beide blicken auf dieselben Wurzeln zurück. Die gemeinsame Geschichte der arabischen und christlichen Welt sollte gerade heute eine größere Beachtung finden. 

Pressekonferenz 1. Oktober 2004 um 11 Uhr
Ausstellungseröffnung 3. Oktober 2004 um 17 Uhr
Ausstellungsdauer 4. Oktober 2004 bis 16. Januar 2005

Öffentliche Führungen sonntags um 14 Uhr, mittwochs um 17 Uhr, Führungen für Gruppen in deutscher und englischer Sprache nach Vereinbarung: Tel. 069-21236262. Die Führung kostet 40,- Euro zuzüglich zum Eintrittspreis.
Eintritt 4,-Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Konzeption der Ausstellung: Alexandra Neubauer, Ikonen-Museum
Öffentlichkeitsarbeit: Daniela Redlich, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 069 / 21 24 45 28
Kommunikationsdesign: Andreas Redlich, plan b Werbung, Frankfurt
Website: Andreas Bauer, Frankfurt
Grafik: Christiane Riemann,Frankfurt
Präsentation: Alexandra Neubauer, Ikonen-Museum

 

Arabische Welt - Blick in die Zukunft

Die Eröffnung der Ausstellung am 3. Oktober [Bildergalerie]

Rückblick: Angekommen und ausgepackt

Und hier können Sie schon einmal einen Blick auf ausgewählte Exponate der Ausstellung werfen

Der Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint im Legat-Verlag ein Katalog in deutscher und englischer Sprache,
17 EUR

Herausgeber Katalog
Alexandra Neubauer,
Ikonen-Museum
Lektorat
Alexandra Neubauer, Ikonen-Museum
Erhard Gaß, Tübingen
Heike Ostarhild, Tübingen
Übersetzung
Oliver Groß, Berlin
Mustafa Al-Slaiman, Germersheim
Umschlaggestaltung
Andreas Redlich, plan b Werbung, Frankfurt
Grafik und Herstellungsleitung

Alexander Frank, Medienwerkstatt, Ammerbuch
Heike Ostarhild, Tübingen
Druck
TC Druck, Tübingen


ISBN: 3-932942-19-1