Helden-Heilige-Himmelsstürmer
Fußball und Religion
Eine Ausstellung zur WM 2006
Jeder Vergleich erscheint als Blasphemie: Fußball und
Religion haben scheinbar nichts gemeinsam. Doch bei näherem
Hinsehen offenbaren sich erstaunliche Parallelen.
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Verehrt wie eine Berührungs-Relique – die
Metallschiene von Eintracht-Legende "Charly" Körbel.
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Rituale und
Gesten, Ikonographie und Inszenierung ähneln sich: Heiligen-
und Fußballerverehrung, das Sammeln von Reliquien und von
Trikots, das Pilgern – ins Gelobte Land und ins Stadion.
Der Fußball als säkularisierte Religion? Dieser Frage
geht die Ausstellung „Helden-Heilige-Himmelsstürmer“ nach.
Die Ausstellung setzt sakrale Objekte mit kultisch
verehrten Gegenständen aus der Fußballwelt in Beziehung. Neben
einer Knochenreliquie aus dem 18. Jahrhundert liegt die Metallschiene,
die jahrelang das Bein der Eintracht-Legende „Charly“ Körbel
stabilisierte. Eine Kreuzreliquie des Deutschen Ordens korrespondiert
mit einem Original-Fußball mit den Unterschriften der 54er
Weltmeister. Und im Kabinett des Museums hat ein Fan des Schalker
Spielers Stan Libuda gar seinen häuslichen Andachtsraum
aufgebaut.
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Griechische Kreuzreliquie aus dem 18.
Jahrhundert
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Die Ausstellung zeigt darüber hinaus wie Künstler
und Fans mit ritueller Hingabe, Elemente aus dem religiösen
Kontext in die Welt des Fußballs übertrugen und
so bemerkenswerte Objekte schufen. In der Ausstellung sind über 140 Exponate zu sehen, dazu
zahlreiche Dokumente und Videos. Begleitend erscheint ein umfangreicher
Katalog beim Legat Verlag, 140 Seiten, farbig ill., Preis 19,– €.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Eintracht Frankfurt,
der Katholischen Pfarrgemeinde Deutschordenskonvent
Sachsenhausen (Pater Franz-Ludwig Samper OT) und der Evangelischen
Dreikönigsgemeinde
Frankfurt (Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann). |