Heilung eines Lahmen
Russische
Ikone, 18. Jh.
Eitempera auf Holz
Inv.-Nr. IH 621
Maße: 30 cm x 26 cm
Ikonen mit der Darstellung der Heilung eines Lahmen beziehen
sich auf Stellen aus den Matthäus-, Markus- und Lukasevangelien.
Sie berichten von einem Lahmen, der zu Christus gebracht und
von ihm geheilt wurde. Auf der Ikone ist die Heilung des Lahmen
dargestellt. Er trägt sein Bett auf den Schultern und wird
von Christus gesegnet.
Die Ikone bezieht sich stilistisch auf die östliche Ikonographie, enthält
aber auch barocke Zitate. Die Komposition ist wohl balanciert und gegliedert
durch das Betonen der Horizontalen und der Vertikalen. Bei der Darstellung
der zwei Gebäude im Hintergrund wurde die Zentalperspektive verwendet,
das zentrale Gebäude im Mittelgrund ist dagegen in der umgekehrten Perspektive
gemalt. Auch die Darstellung der Figuren gehorchen diesen zwei gegensätzlichen
stilistischen Mitteln: während die Rhythmik, erzeugt durch den parallelen
Verlauf der Körper, der Füße und der Hände aus dem Repertoire
der Ikonenmalerei stammt, verweisen das malerische Behandeln der Inkarnate
und deren plastische Modellierung die Hinwendung zu westlichen Vorbildern.
Die graphische Gestaltung der Chrysographie auf den Gewändern wurde durch
eine freie malerische Pinselführung ersetzt.
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