27.11.2007 - 2.3.2008
„Steh auf und geh nach Süden ...!“
2000 Jahre Christentum i Äthiopien

Das Wort aus der Bibel selbst (Apg 8, 26-40) belegt die Taufe des ersten Äthiopiers, des Kämmerers der Königin Kandake durch den Apostel Philippus. Münzen des Königs Ezanas von Aksum, auf denen Kreuze geprägt sind, zeigen uns, dass das Christentum bereits um 347 als Religion des Hofes dort eingeführt war.

Im Reich Aksum sammelten sich viele Kulturen: von Saba, Meroe, Nubien, Ägypten, Syrien, über Indien und Persien bis zu den christlichen Missionaren aus Europa sind Spuren in der Kultur es christlichen Äthiopien zu finden.

6.3. - 10.7.2007
Himmelsreiter – Himmelsstreiter

Himmelsstreiter – für diesen Ausdruck können viele Heilige stehen, die mit ihrem gelebten Glauben Gott dienten oder in frühchristlicher Zeit den christlichen Gott gegen die anderen Götter verteidigten. Der Heilige Erzengel Michael, der Archistratege, der himmlische Bote und vehemente Verfechter Gottes ist in besonderem Maße ein Himmelsstreiter, ein Kämpfer für Gott.

Die Himmelsreiter sind irdischer Natur, der Heilige Georg, Großmärtyrer der Christenverfolgung des 3. Jahrhunderts, der Heilige Demetrios und vor allem auch der Heilige Prophet Elias, dem Gott mithilfe des feurigen Wagens und flammender Rosse den direkten Einzug ins Paradies gewährte.
Daneben die Gottesmutter, die sanfte Himmelstreiterin auf höchster Ebene.

Diesen und anderen Themen widmet sich die Ausstellung im Ikonen-Museum Frankfurt, die etwa 120 herausragende Ikonen und Kleinkunst von internationalem Rang aus deutschen Privatsammlungen präsentiert. Aus spätbyzantinischer Zeit bis ins 20. Jahrhundert stammend, hauptsächlich byzantinischen, russischen und kretischen Ursprungs, vermitteln die Ikonen einen imposanten Einblick in die Hochkunst dieser Malerei. Die exquisite Qualität der Kleinkunst in Silber und Gold, Email und Halbedelstein, Elfenbein und Buchsbaum ist Ausdruck der außerordentlichen künstlerischen und materiellen Möglichkeiten.

Unter dem Blickpunkt des Sammelns ist hervorzuheben, dass solch qualitätvolle Objekte nur in wenigen Museen der Welt zu sehen und auch im Handel heutzutage sehr selten anzutreffen sind. Umso mehr gilt unser Dank den Sammlern und Freunden des Ikonen-Museums, die uns die Möglichkeit zu dieser Spitzenpräsentation geben

14.5. - 20.8.2006
Helden - Heilige - Himmelsstürmer
Eine Ausstellung zur WM 2006

Jeder Vergleich erscheint als Blasphemie: Fußball und Religion haben scheinbar nichts gemeinsam. Doch bei näherem Hinsehen offenbaren sich erstaunliche Parallelen.

Rituale und Gesten, Ikonographie und Inszenierung ähneln sich: Heiligen- und Fußballerverehrung, das Sammeln von Reliquien und von Trikots, das Pilgern – ins Gelobte Land und ins Stadion. Der Fußball als säkularisierte Religion? Dieser Frage geht die Ausstellung „Helden-Heilige-Himmelsstürmer“ nach.

Die Ausstellung setzt sakrale Objekte mit kultisch verehrten Gegenständen aus der Fußballwelt in Beziehung. Neben einer Knochenreliquie aus dem 18. Jahrhundert liegt die Metallschiene, die jahrelang das Bein der Eintracht-Legende „Charly“ Körbel stabilisierte. Eine Kreuzreliquie des Deutschen Ordens korrespondiert mit einem Original-Fußball mit den Unterschriften der 54er Weltmeister. Und im Kabinett des Museums hat ein Fan des Schalker Spielers Stan Libuda gar seinen häuslichen Andachtsraum aufgebaut.

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus wie Künstler und Fans mit ritueller Hingabe, Elemente aus dem religiösen Kontext in die Welt des Fußballs übertrugen und so bemerkenswerte Objekte schufen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Eintracht Frankfurt, der Katholischen Pfarrgemeinde Deutschordenskonvent Sachsenhausen (Pater Franz-Ludwig Samper OT) und der Evangelischen Dreikönigsgemeinde Frankfurt (Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann).

27.11.2005 - 5.3.2006
„Unter Deinen Schutz ...”
Ikonen vom 15. bis 18. Jahrhundert
aus den polnischen Karpaten

„Unter Deinen Schutz...“ ist der Anfang vieler Gebete und Hymnen, die sich an die Gottesmutter wenden. Die in der Ostkirche sehr ausgeprägte Marienverehrung war massgeblich für die Namensfindung eines Ausstellungsprojektes aus Südpolen, das im Rahmen des Polnisch-Deutschen Jahes 2005/2006 zwischen Deutschland und Polen im Ikonen-Museum Frankfurt präsentiert wurde. Dank der großzügigen Unterstützung der Wojewodschaft Kleinpolen und dem Außenministerium der Polnischen Republik konnte diese Ausstellung realisiert werden.

Von rustikalem Charakter und rauer Schönheit sind die Ikonen des 16. bis 19. Jahrhunderts aus den polnischen Karpaten, und sie sind einmal mehr ein nahezu unbekanntes Gebiet der Ikonenkunst. Das Karpatengebiet wurde seit dem 16. Jahrhundert von einer nationalen Minderheit, den Lemken bewohnt. Die Lemken waren, wie die Bojken und Ruthenen in dieser Gegend auch, in erster Linie Bergbauern, deren Nationalität und Sprache sich aus einem polnischen, slowakischen und ukrainischen Konglomerat zusammensetzte.

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Marschallamt der südpolnischen Wojewodschaft Klein-Polen und den Museen in Nowy Sacz, Sanok und dem Schlossmuseum Lancut, vorbereitet wurde, zeigt Ikonen, die vor allem aus den berühmten Holzkirchen des 17. und 18. Jahrhunderts in dieser Gegend stammen. Die eindrucksvollen Holzkirchen, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, befinden sich dort zahlreich und bis heute in kultischer Benutzung.

Diese typischen Kirchen wurden auch von dem 1968 verstorbenen naiven Künstler Nikifor skizziert. Nikifor war ursprünglich Lemke, wie Andy Warhol übrigens auch, und erlangte schon zu späten Lebzeiten internationale Anerkennung. Weitgehend Analphabet und sprachlich stark beeinträchtigt, fand er seine Ausdrucksform in zahllosen Skizzen und meist kleinformatigen Bildern seiner Umgebung. Die Ikonenausstellung wird ergänzt und bereichert durch 31 Arbeiten Nikifors.

Anliegen der Ausstellung ist es jedoch nicht nur Ikonen aus Polen zu zeigen, sondern auch auf die nationale Minderheit der Lemken hinzuweisen, die, obwohl in direkter Nachbarschaft, so doch weitgehend unbekannt war und ist.

22.3. - 3.7.2005
Lebendige Zeugen
Datierte und signierte Ikonen in Russland um 1900

Mit der Ausstellung „Lebendige Zeugen. Datierte und signierte Ikonen in Russland um 1900“ ist es gelungen, noch nie öffentlich gezeigte Exponate ausschließlich deutscher Privatsammlungen zusammenzustellen. Die Exposition präsentiert die russische Ikone in ihrer ganzen stilistischen Vielfalt und wertet sie erstmalig anhand von Datierungen, Signaturen, Stempeln und rückseitigen Aufschriften aus theologischer, soziokultureller und kunsthistorischer Sicht aus.

„Lebendige Zeugen“ ist keine deskriptive Ausstellung. Sie ist ein ambitioniertes, vor allem aber schwieriges Unterfangen, insbesondere, da mit der soziokulturellen Einbindung der Ikonen Neuland betreten wurde. Zum ersten Mal steht nicht nur die Vorderseite der Ikonen im Rampenlicht. Die Ikone wird als Ganzes wahrgenommen, als Zeitzeugin, die auf der Rückseite von Hand geschriebene, kaum entzifferbare Worte aufweist und Geheimnisse preis gibt, die völlig neue Einblicke in den Umgang mit den wertvollen Bildern ermöglichen.

4.10.2004 - 16.1.2005
... von der Hand deines Dieners
Christliche Ikonen der arabischen Welt

Die Arabische Welt war 2004 Ehrengast auf der Internationalen Buchmesse. Das Ikonen-Museum Frankfurt war deshalb ganz besonders stolz, christliche Ikonen der arabischen Welt zu präsentieren - in einer Ausstellung mit Schatzkammer-Charakter zeigten Ägypten, Syrien und der Libanon insgesamt 35 Meisterwerke der orientalischen Ikonenmalerei des 16. - 19. Jahrhunderts.

Ägypten, Syrien und der Libanon - diese Region ist die Wiege des Christentums. In Maaloula, Syrien, wird bis heute das Aramäische, die Sprache des Herrn gepflegt. Hier lehrte Christus und scharte seine Jünger um sich. Die Flucht vor Herodes nach Ägypten kurz nach seiner Geburt kennen wir aus der Weihnachtsgeschichte. Der große Mönchsvater Antonius und der Eremit Paulus verhalfen dem klösterlichen Leben zu seiner ersten großen Blüte und gründeten in der ägyptischen Wüste bedeutende Klöster.

Die drei sich präsentierenden Länder gelten seit dem 7. Jahrhundert als islamisch. Die muslimischen Herrscher waren den Christen gegenüber dennoch tolerant genug, dass Raum blieb für die großen religiösen Auseinandersetzungen innerhalb der christlichen Lehrmeinung und die Entwicklung von heute über hundert unterschiedlichen christlichen Kongregationen vor allem in Syrien und dem Libanon.

31.1. - 25.4.2004
Als Chagall das Fliegen lernte
Von der Ikone zur Avantgarde

In einer einzigartigen Ausstellung untersucht das Ikonen-Museum Frankfurt den Einfluss der russischen Ikonen und Volksbilderbögen, dem Lubok, auf die Russische Avantgarde.

nwieweit hat sich Malewitsch bei seinem „Schwarzes Quadrat” von den sogenannten Schwarzen Ikonen in den orthodoxen Kirchen inspirieren? Wie groß ist der Einfluss der Lubki, der populären Volksbilderbögen auf die russischen Avantgardisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Woher stammen die fliegenden Wesen auf Chagalls Bildern?

Dies sind nur einige Fragen, auf die das Ikonen-Museum Frankfurt in seiner neuen Ausstellung "Als Chagall das Fliegen lernte. Von der Ikone zur Avantgarde" nachgeht.

Insgesamt sind 122 Exponate zu sehen. Darunter befinden sich Arbeiten von M. Chagall, K. Malevich, Vl. Majakovski, El Lissitzky, L. Popova, M. Larionov, A. Exter, A. Rodschenko, Archipenko, A. v. Jawlensky, W. Kandinsky, Ivan Puni. Des weiteren werden zu sehen sein: Bücher, Plakate, Briefmarken, wie auch hochwertige russische Ikonen aus dem 14. bis 20. Jahrhundert und Lubok aus dem 18. bis zum 20 Jahrhundert.

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