20.12.2017 - 25.2.2018
Liebe, Glanz und Untergang.
Die hessischen Prinzessinnen in der russischen Geschichte

20.12.2017 - 25.2.2018
Liebe, Glanz und Untergang
Die hessischen Prinzessinnen in der
russischen Geschichte

Der russische Zar Peter I. verfolgte das Ziel, Russland nach Westen zu öffnen und als euröpäische Macht zu etablieren. Einen Schlüssel dazu sah er in der Einführung europäischer Sitten am Zarenhof. Er war der erste, der seinen Sohn und Thronfolger mit einer deutschen Prinzessin verheiratete, und seine Nachfolger sind diesem Beispiel später gefolgt, so dass Russland sechs Kaiserinnen deutscher Herkunft hatte.

Vier Prinzessinnen von Hessen - Großfürstin Natalja Alexejewna, Kaiserin Marija Alexandrowna, Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna und Kaiserin Alexandra Fjodorowna - wurden so Teil der russischen Geschichte.

Alle Prinzessinnen stammten aus den protestantischen deutschen Dynastien. Denn nur die Protestantinnen waren bereit, die Konfession zu wechseln und russisch-orthodox zu werden - ohne Konversion war eine russische Heirat nicht möglich.
Kaiserin Alexandra Fjodorowna und Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna wurden von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.

Sie waren nicht nur geliebte Ehefrauen, sondern auch Mitstreiterinnen, Freundinnen und Eidgenossinnen ihrer Ehemänner.
Dennoch ist bis heute über das Leben der deutschen Prinzessinnen in Russland wenig bekannt.

Anhand vielfältiger Exponate - von Fächer, Menükarte und Schmuck über Kleidung, der kleinen Ikone für das private Gebet, bis hin zum offiziellen Porträt - beleuchtete die Ausstellung das Leben der Prinzessinnen im zaristischen Russland.

Eröffnung: Dienstag, 19.12.2017, 19 Uhr

 

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12.9. - 8.11.2017
Verlängert bis 26.11.2017
Chagalls Propheten. Die Chagall-Bibel und Ikonen

12.9. - 8.11.2017

Verlängert bis 26.11.2017
Chagalls Propheten.
Die Chagall-Bibel und Ikonen

Marc Chagall ist in Frankfurt mit seinem Monumentalwerk „Comedia dell´Arte” im Foyer der Frankfurter Oper wohlbekannt. Der jüdische Künstler (1887 – 1985)stammte aus Weißrussland und lebte und wirkte in Frankreich.

Diese Verbindungen sind für das Ikonen-Museum Anlass, im Rahmen von Frankfurt auf Französisch – Frankreich Ehrengast der Buchmesse 2017, die Chagall-Bibel aufzugreifen.

31 Radierungen aus der Erstausgabe seiner Bibel stellen sich in Kontext mit Ikonen. Die Bibel entstand in zwei Phasen, von 1931 bis 1939 und von 1952 bis 1956. Sie wurde im Auftrag des bedeutenden Kunsthändlers und Verlegers Ambroise Vollard begonnen und für den ebenso bedeutenden Verleger und Herausgeber zahlreicher Künstlerbücher und eben auch der Chagall-Bibel E. Tériade vollendet.

Chagall setzte dabei Szenen aus dem Alten Testament bildhaft um. Die zur Seite gestellten Ikonen schließen sich thematisch dem biblischen Inhalt an oder schlagen Brücken zwischen Altem und Neuem Testament. Auch in ihrer gedämpften Farbigkeit des 16. Jahrhunderts und ihrer bewegten Statik der Figuren begegnen die Ikonen den Chagall-Radierungen. Beide sind Zeugnisse der Gläubigkeit und mit einer ihnen eigenen suggestiven Kraft ausgestattet. Das Nebeneinander der Radierungen von Chagall und der russischen Ikonentafeln verdeutlicht die enge Zusammengehörigkeit und die Entwicklung des christlichen Verständnisses aus dem jüdischen Glauben heraus.

Marc Chagalls Bibel eignet sich besonders greifbar für einen Vergleich zwischen der klassischen Moderne und traditioneller Ikonenmalerei. So ist das Gastland-Thema Anlass sich einmal mehr mit dieser Herausforderung zu befassen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Ikonen-Museums Frankfurt mit dem Klingspor-Museum Offenbach. Wir danken dem Klingspor-Museum in Offenbach für die großzügige Leihgabe der Chagall-Bibel und privaten und öffentlichen Leihgebern für Ihre Ikonen.

 

7.2. - 5.6.2017 (verlängert bis 20.8.2017)
Schöne Grenzen. Margarete Zahn

7.2. – 5.6.2017 (verlängert bis 20.8.2017)
Schöne Grenzen.
Gitterwerke und Scherenschnitte.
Margarete Zahn

Die Künstlerin Margarete Zahn beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema „Gitter“ und den Grenzen, die sie uns setzen. Die  von Margarete Zahn als Gitterwerke bezeichneten Acryl-Bilder sind von starker Präsenz durch ihr großes Format und ihre Farbigkeit. Die Ausstellung lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters aber vor allem auf eine andere Schicht der Gitterwerke, nämlich auf den Hinter- oder Untergrund. Die Musterungen des Hintergrundes haben ihre Vorlagen in gotischen oder historisierenden Fenster- und Deckenmaßwerken alter Architektur. Im Entstehungsprozess dienen diese Muster, als Scherenschnitte abgenommen und rapportartig erweitert, als Unterlage für die weitere Ausarbeitung der großformatigen Acryl-Bilder.

Die lebhafte Farbigkeit und schöne Gestaltung der Scherenschnitte selbst, die ebenfalls wie eine Art Gitter wirken, animieren schon für sich allein genommen den Besucher in unserer Ausstellung, auf die Grenzen zu schauen und sie neu wahrzunehmen.

Das Ikonen-Museum befindet sich im Architekturensemble des Deutschordens. So umgeben die Ikonen der Frankfurter Sammlung seit Beginn des Ikonen-Museums im Jahre 1990 die Merkmale westlicher Baukunst aus der Romanik, Gotik und dem Barock. Die Ikonen als verehrungswürdige Bilder der Ostkirche und untrennbar mit der Göttlichen Liturgie verbunden, verschleiern ihre Zugänglichkeit dem eiligen Betrachter und öffnen sich erst, wenn man bereit ist innezuhalten und die Grenzen zu durchdringen..

29.11.2016 - 29.1.2017
Krakauer Weihnachtskrippen

29.11. 2016 - 29.1.2017
Krakauer Weihnachtskrippen

Der Krippenbau in Krakau entstand im 19. Jahrhundert. Schon vorher kannte man die transportablen Krippen, Bethlehemki genannt, mit denen man von Haus zu Haus ging. Nun schuf man Krippen mit immer aufwändigerer Architektur, wofür die Krakauer Denkmäler, allen voran die Marienkirche, die Vorlagen lieferte.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges unterbrach die Tradition, die erst 1923 wieder aufgenommen wurde. Das Industrie-Museum belebte die Krippenspiele neu. Dr. Jerzy Dobrzycki initiierte 1937 den ersten Wettbewerb des Krippenbauens, der dann seit 1945 jährlich am ersten Donnerstag im Dezember stattfand und bis heute stattfindet.

Zu den ersten Wettbewerben wurden einfache Konstruktionen aus Pappe oder Holz, beklebt mit buntem Papier und mit bescheidenen Dekorationen, vorgestellt. Die Gestalten innen wurden aus Papier ausgeschnitten und mit Kerzen beleuchtet.

Die heutigen Krippen sind mit Holzlatten konstruiert, elektrifiziert und mit glänzendem Stanniol und selbstklebenden Folien dekoriert. Die in den Krippen präsentierten Figuren tragen schöne bunte Gewänder. Häufig bilden sie ein kleines Theater und werden durch ausgeklügelte Mechanismen bewegt. Manche haben Musikboxen, aus denen bekannte Krakauer Melodien oder Weihnachtslieder erklingen.

Erweitert wird das Szenario gerne auch durch historische Gestalten (Könige, Nationalhelden oder verdiente Polen) oder auch legendäre Gestalten wie der Trompeter vom Turm der Marienkirche oder „Pan Twardowski“. Beliebt ist der „Lajkonik“, der mit der Rettung Krakaus vor den Tartaren in Verbindung steht. Manche Krippen zeigen die Figuren in Krakauer-, oder Gebirgsbewohnertracht, es werden aber auch zeitgenössische Persönlichkeiten wie Lech Wałęsa oder Papst Johannes Paul II. dargestellt.

Die wichtigsten und schönsten Baudenkmäler Krakaus bilden die Vorlagen für die Krippen. Nachgebildet werden z. B. der hohe Turm der Marienkirche mit Krone (häufig ist hier der legendäre Trompeter im Fenster sichtbar), aber auch die Türme der Kathedrale auf dem Wawel oder der Rathausturm.

Die Tradition der Krakauer Krippen mit ihrer originelle Form und ihren religiösen, künstlerischen, patriotischen und historischen Werten ist ein Wahrzeichen Krakaus. Das Historische Museum der Stadt Krakau hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Krakauer Krippe, sowohl dem polnischen Publikum  als auch weltweit bekannt zu machen.

8.12.2015-verlängert bis 20.03.2016
Von Angesicht zu Angesicht
Refelxionen einer Balkanreise

Fotoausstellung im Ikonen-Museum Frankfurt
Idee und Fotos: Petia Kalev (WDR),
Verwirklichung und Design: Jon Frederick Heitmann

 

Unter dem Motto „Gemeinsam die Zukunft gestalten“ veranstalteren Deutschland und Russland gemeinsam von Sommer 2012 bis Sommer 2013 Projekte in den Bereichen Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie Politik und Wirtschaft. Dies war Anlass, ab dem 3. März 2013 gleichzeitig in zwei Frankfurter Museen, dem Ikonen- und dem Dommuseum eine Ausstellung mit Meisterwerken der Ikonenkunst aus dem Andrej-Rubljow-Museum in Moskau zu zeigen. Ikonen und Kirchenkunst sind das Symbol Russlands schlechthin und stehen unmittelbar für die russische Religiosität, Kultur und Geschichte.

Die im Ikonen-Museum präsentierten Ikonen des 15. bis 18. Jhs. zeigten einerseits russische Heilige mit Schilderungen ihres Lebens und ihrer Bedeutung, andererseits Ikonen, die als Kostbarkeiten des Moskauer Museums gelten. Im Dommuseum sieht der Besucher weitere Präziosen der Moskauer Sammlung, darunter einige besonders großformatige Ikonen. Bei den Ikonen mit russischen Heiligen dominierten hier die weiblichen Heiligen.

Das Andrej-Rubljow-Museum ist im Erlöser-Andronnikow-Kloster in Moskau beheimatet. Das Museum trägt den Namen des größten und berühmtesten russischen Ikonenmalers Andrej Rubljow (um 1360 geboren), weil dieser nach Ablegen der Mönchsgelübde (wahrscheinlich vor 1405) in einer Malergemeinschaft im Erlöser- Andronnikow-Kloster lebte. Seine berühmte Dreifaltigkeit mit den drei Engeln befinden sich in der Tretjakow-Galerie in Moskau. Das Kloster selbst, als mittelalterliches Wehrkloster angelegt, diente zuletzt als Wohnstätte für Arbeiterfamilien einer nahege- legenen Fabrik, bevor es zum Museum umgewandelt wurde.

Bis 21.2.2016
25 Jahre Ikonen-Museum und seine Freunde

Das Ikonen-Museum Frankfurt Stiftung Dr. Schmidt-Voigt feiert in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum seit Eröffnung am 28. März 1990! Nach zwei Jahren der Vorbereitung war die Ausstellung der Ikonen-Sammlung von Dr. Jörgen Schmidt-Voigt im neu hergerichteten Ausstellungsraum im Deutschen Orden fertiggestellt.

 1999 erhielt das Museum mit 82 Ikonen die bedeutende Dauerleihgabe der Staatlichen Museen zu Berlin, die bis heute in unserem Haus gezeigt werden. In den vergangenen 25 Jahren hat sich das Ikonen-Museum zu einem Standort von internationaler Bedeutung entwickelt. Ausstellungen mit Ikonen aus Russland, Griechenland, Bulgarien, Syrien und dem Libanon, Ägypten, Bulgarien, Polen und Äthiopien haben tiefe Einblicke in die jeweilige Ikonenmalerei und ihre Bedeutung für die orthodoxen Christen gegeben. Langjährige partnerschaftliche Verbindungen zu Museen insbesondere in Russland, aber auch in den Niederlanden sind entstanden. Deutsche Ikonensammler haben in vielfacher Weise Ausstellungen ermöglicht und ihre Schätze im Ikonen-Museum in neuen Kontexten präsentiert. Dazu gehören auch zwei Dauerleihgaben aus privater Hand, nämlich die Sammlung christlicher Kunst aus Äthiopien und die Sammlung von russischen Metallikonen. Die Freude an den Ikonen hat die Sammler und uns vom Ikonen-Museum über Jahre miteinander verbunden. Die Ausstellung dokumentiert dies mit Höhepunkten aus den privaten Sammlungen.

Der Förderverein

2002 gründete sich der Verein der Freunde und Förderer des Ikonen-Museums Frankfurt e.V. Die vielfältigen Ausstellungen des Museums mit Veranstaltungen und Publikationen waren aus den gekürzten städtischen Etats nicht zu bestreiten. Der aktive Verein, dem knapp 100 Mitglieder angehören, unterstützt die Projekte des Ikonen-Museums mit erheblichen Mitteln.  Außerdem organisiert der Förderverein seit 2005 individuelle Reisen mit ostkirchlichem Schwerpunkt, so nach Moskau, Südpolen und Slowakei, Georgien und Armenien, Bulgarien und Rumänien und dieses Jahr nach Nordgriechenland, Makedonien, Kosovo, Serbien und Kroatien.

Die Ikone im Museum

Die Ikone (aus dem Griechischen eikon=das Bild) ist das verehrungswürdige Bild der orthodoxen, also ostkirchlichen Christen. Nach der Beendigung des sogenannten Bilderstreits  im 9. Jahrhundert wurden die Regeln für die Erstellung von Ikonen festgelegt. Darin wurde noch einmal klar gesagt, dass das gemalte Bild in seiner kultischen Bedeutung als Medium zu dem angesprochenen Heiligen zu sehen ist. Ferner wurden die äußerlichen Regeln, wie das jeweilige Thema darzustellen sei, festgelegt und den Ikonenmalern in den Vorlage- oder Malerhandbüchern auf alle Zeiten in Wort oder Zeichnung an die Hand gegeben. So findet man durch alle Jahrhunderte eine Einheitlichkeit der Darstellung, die aber dennoch stilistische und ikonographische Entwicklung erfährt. Das Ikonen-Museum nähert sich dem Thema Ikone in unterschiedlicher Weise, so von seiner kultischen, kulturellen, historischen, biblischen und künstlerischen Bedeutung und Entwicklung her. Die manchmal komplexen Darstellungen auf Ikonen dem interessierten Besucher nachvollziehbar zu machen, ist ein wichtiges Anliegen des Museums.

26.11.2013 - 2.3.2014
Winterheilige

26.11.2013 - 2.3.2014
Winterheilige
In Kooperation mit dem Ikonenmuseum Kampen

Die Ausstellung richtete den Blick auf die Heiligen und Ereignisse, deren Festtage von Oktober bis Februar begangen werden.
Dazu gehören bekannte Heilige wie der Heilige Nikolaus mit seinem Festtag am 6. Dezember oder die Geburt Christi, eines der Hochfeste in der Ostkirche.

Aber auch weniger bekannte verehrte Heilige wie Simeon der Gottesträger, die ostkirchlichen Hierarchen oder das Hochfest der Darbringung Christi im Tempel feiern ihren Festtag in den Wintermonaten.

Jeder kanonisierte Heilige hat einen Festtag. Jahres-, Monats- und Ikonen mit Einzeldarstellungen zeigen die ostkirchlichen Heiligen und Feste. Das Dommuseum ergänzt die Ausstellung durch Skulpturen mit westkirchlichen Heiligen.

Erstmalig kooperiert das Ikonen-Museum Frankfurt mit dem Ikonenmuseum Kampen/Niederlande.

5.3. - 11.8.2013
Farben der Heiligkeit
Meisterwerke der Ikonenkunst
aus dem Andrej-Rubljow-Museum in Moskau

Unter dem Motto „Gemeinsam die Zukunft gestalten“ veranstalteren Deutschland und Russland gemeinsam von Sommer 2012 bis Sommer 2013 Projekte in den Bereichen Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie Politik und Wirtschaft. Dies war Anlass, ab dem 3. März 2013 gleichzeitig in zwei Frankfurter Museen, dem Ikonen- und dem Dommuseum eine Ausstellung mit Meisterwerken der Ikonenkunst aus dem Andrej-Rubljow-Museum in Moskau zu zeigen. Ikonen und Kirchenkunst sind das Symbol Russlands schlechthin und stehen unmittelbar für die russische Religiosität, Kultur und Geschichte.

Die im Ikonen-Museum präsentierten Ikonen des 15. bis 18. Jhs. zeigten einerseits russische Heilige mit Schilderungen ihres Lebens und ihrer Bedeutung, andererseits Ikonen, die als Kostbarkeiten des Moskauer Museums gelten. Im Dommuseum sieht der Besucher weitere Präziosen der Moskauer Sammlung, darunter einige besonders großformatige Ikonen. Bei den Ikonen mit russischen Heiligen dominierten hier die weiblichen Heiligen.

Das Andrej-Rubljow-Museum ist im Erlöser-Andronnikow-Kloster in Moskau beheimatet. Das Museum trägt den Namen des größten und berühmtesten russischen Ikonenmalers Andrej Rubljow (um 1360 geboren), weil dieser nach Ablegen der Mönchsgelübde (wahrscheinlich vor 1405) in einer Malergemeinschaft im Erlöser- Andronnikow-Kloster lebte. Seine berühmte Dreifaltigkeit mit den drei Engeln befinden sich in der Tretjakow-Galerie in Moskau. Das Kloster selbst, als mittelalterliches Wehrkloster angelegt, diente zuletzt als Wohnstätte für Arbeiterfamilien einer nahege- legenen Fabrik, bevor es zum Museum umgewandelt wurde.

6.11.2012 - 20.2.2013
Endzeit
Vorstellungen von Apokalypse und Endgericht

Schon wieder Endzeit? Endzeitgedanken haben die Menschheit von jeher beschäftigt. Aktuell rücken die Prophezeiungen der Mayas das Thema in den Fokus: über einen Zeitraum von 5000 Jahren errechneten sie das Eintreten der Welt in ein neues Zeitalter auf den Tag genau, nämlich am 21. Dezember 2012. Dies bedeutet nicht den Untergang mit vollkommenem Tod, sondern eine Säuberung der Welt, um Platz zu schaffen für eine Welt in neuer harmonischer, kosmischer Gemeinschaft.

Das Gedankengut der Transformation gibt es in allen großen Weltreligionen und spiegelt das allzeitige Bedürfnis der Menschen wider, Kenntnis und Hoffnung für das Leben nach dem Tod zu erhalten.

Zahlreiche Künstler aller Epochen haben sich von dem Buch der Offenbarung inspirieren lassen. So schildert uns Dürers Apokalypse eindringlich den Kampf zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle. Prachtvolle Illustrationen entstehen in Stunden- und Gebetsbüchern und frühen Bibelausgaben. Auf ostkirchlichen Ikonen fächert sich die Übergabe der Gesetzesgewalt von Gottvater an Christus auf, Christus wird zum Allherrscher der Welt.

13.3. - 22.4.2012
Dem Dichter der Asche
Pier Paolo Pasolini

Anlässlich des 90. Geburtstages des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini zeigt das Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt eine Installation des Frankfurter Künstlers Hagen Bonifer, die Bezug auf Pasolinis Film "Das 1. Evangelium – Matthäus" aus dem Jahr 1964 nimmt.

Die Installation besteht aus Bildgruppen, die durch ein Aschebett und Grabstelen miteinander verbunden sind. Bonifer greift in seiner Arbeit das Thema der Vergänglichkeit auf, aber auch die Hoffnung auf Erlösung, symbolisiert durch ein monumentales Himmelsbild.

17.6. - 28.8.2011
Pionierinnen des deutschen Fußballs

„Fußball ist wirklich viel mehr als nur dieses Spiel. Man kann über den Fußball Botschaften transportieren, Werte vermitteln: Respekt und Fair-Play.“- Steffi Jones, 1.FFC, Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauenfußball-WM 2011
( © Günther Bauer/SportART, 201)

Einfühlsame Portraits des Fotografen Günther Bauer und persönliche Exponate der Spielerinnen und Wegbegleiter zeigen Menschen, die den deutschen Frauenfußball geprägt haben: von den Anfängen in den 50er Jahren, dem Verbot des Frauenfußballs und seiner Aufhebung durch den DFB 1970 bis zu den großen Erfolgen heutiger Tage. Die Ausstellung präsentiert 32 großformatige Triptychen. Jede der Persönlichkeiten des deutschen Frauenfußballs wird durch ein Portrait, Fotografien an einem wichtigen Ort, z.B. einer Spielstätte, sowie Aufnahmen persönlicher Fußballtrophäen vorgestellt.

17.5. - 12.6.2011
Ikonen der Apokalypse
Alexander Timofeev

Alexander Timofeev hinterfragt gesellschaftliche Phänomene. Seine brisanten Themen – Kindesmissbrauch, religiöser Fanatismus oder militärisch-politische Konflikte - präsentiert er auf einer subtilen Ebene des vermeintlich neutralen Fotoobjektivs. Der in St. Petersburg geborene und in Berlin lebende Künstler benutzt dafür überdimensional große Formate. Die glatte Oberfläche seiner Bilder vermittelt zunächst den Eindruck gedruckter Leinwände. Mit seiner fotorealistischen Malweise gewährt er Einblicke in eine Welt, in der er auf real existierende Phänomene eingeht.

„Ikonen der Apokalypse“ verweist aber auch auf die Ursprünge des Göttlich-Universellen: Wenn nun die Ikone das zu Bild gewordene Wort Gottes der christlich-orthodoxen Kirche ist und einen bildhaften Ausdruck des Heilsversprechens darstellt, so werfen Timofeevs Bilder ethisch-moralische Fragen auf und sind der materialisierte Ausdruck von apokalyptischen Ängsten, mit denen der Mensch im Alltag konfrontiert wird.

12.12.2010 - 10.3.2011
MM
Die Ikone Marilyn Monroe

Die Sonderausstellung aus Anlass des 85-jährigen Geburtstages von Marilyn Monroe beschäftigt sich mit der Faszination MM – dem populärsten Star des 20. Jahrhunderts, der durch die Medien zu einer Ikone stilisiert wurde. Die Ausstellung zeigt, wie die westliche Kultur den Begriff „Ikone“ als Ausdruck höchster Stilisierung von „Mediengottheiten“ neu definierte. Aus dem theologisch besetzten Terminus „Ikone“, der das Kultbild der orthodoxen Kirche bezeichnet, wurde formal der Oberbegriff herausgefiltert und neu besetzt. So entstanden Bezeichnungen wie „Pop-Ikone“, „Ikone des Westens“ oder „Ikone des Fußballs

Am stärksten wurde dieser Begriff mit Marilyn Monroe in Verbindung gebracht, die tragisch ums Leben kam. Die Ausstellung zeigt die Stilikone des 20. Jahrhunderts mit einer Vielzahl von Exponaten.

Video von der Ausstellungseröffnung, Rede des Leihgebers Ted Stampfer:
2.6. - 29.8.2010
Unbekanntes Rußland
Ikonenmalerwerkstätten der Altgläubigen
des 18. und 19. Jahrhunderts:
Vetka, Guslicy, Nev´jansk und die Werkstatt Frolov in Raja

Die Ausstellung unternimmt den Versuch, Ikonendes 18. und 19. Jahrhunderts erstmals gezielt nach ihrer Herkunft zu ordnen und leistet damit ein Stück Pionierarbeit. Die Aufarbeitung der späten Ikone ist erst seit etwa 20 Jahren in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Schnell zeigte sich die Vielschichtigkeit der Erscheinungsformen der Ikonenmalerei als komplexe Aufgabe einer konkreten Zuordnung.

Die Präsentation vieler datierter und signierter Ikonen in der Studioausstellung ist deshalb als wahrer Schatz zu bezeichnen und ein wichtiger Schritt zu weiterer Diskussion und Vertiefung der Kenntnisse.

Kurt Eberhard, der sich seit 40 Jahren intensiv mit der späten datierten und signierten Ikone beschäftigt, stellt die aktuellsten Erkenntnisse zu den Ikonenmalerwerkstätten von Vetka, Guslicy, Nev´jansk und der Brüder Frolov in Raja am Peipussee vor. Diese Malerzentren wurden überwiegend von den Altgläubigen betrieben, die sich als Traditionsbewahrende verstanden und die Ikonenmalerei im alten Stil überlieferten.

Der Katalog erscheint in deutscher, englischer und russischer Sprache mit farbigen Abbildungen aller Ikonen.

30.9.2009 - 17.1.2010
Vom Kreuzzug zur Kaiserherberge
700 Jahre Deutschordenskirche in Frankfurt Sachsenhausen

Vor 700 Jahren wurde die Deutschordenskirche in Frankfurt – Sachsenhausen durch den Bischof von Mainz eingeweiht. Die der heiligen Jungfrau gewidmete Kirche ist der Folgebau einer ehemaligen romanischen, kleineren Kirche. Das 700–jährige Jubiläum ist ein Anlass über die Kirche, die Kommende und den Deutschorden, in ihrer Bedeutung für Frankfurt und Sachsenhausen zu erzählen. Gezeigt werden kaiserliche Urkunden und wertvolle Dokumente, prächtige sakrale Gegenstände und Bilder, die den historischen, wechselvollen Werdegang schildern.

Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Ordens und zeigt neue Aspekte des alten Frankfurts. Ihr Fokus gilt der gotischen Kirche und der barocken Kommende, einem Gebäudekomplex, der über Jahrhunderte hindurch unterschiedliche Schicksale erfuhr. Zu den herausragenden Ereignissen zählte ihre Nutzung als Niederlassung der deutschen Kaiser und Könige während ihrer Krönungen in Frankfurt.

18.3. - 15.6.2009
Feuer und Geist
Ikonen aus der Schatztruhe
des Bulgarischen Patriarchats

Die Sonderausstellung zeigte wertvolle, großformatige Ikonen, sakrale Kirchengeräte und Gewänder. Zu sehen waren 69 Exponte, die zum ersten Mal außerhalb Bulgariens zu sehen waren. Sie gewährten einen Einblick in die kulturelle Entwicklung Bulgariens in einem Zeitraum von über 1000 Jahren. Das älteste Exponat war eine Marmorikone aus der Zeit vor der Gründung des bulgarischen Staates im Jahr 681.

Außerdem war eine äußerst seltene Reliefikone der Heiligen Georg und Demetrios aus dem 14./15. Jahrhundert und eine byzantinisch beeinflusste Ikonen von der Schwarzmeerküste, die eine hohe künstlerische Fertigkeit ausgestellt. Die einzigartige Ikonensammlung wurde durch orthodoxe Kirchengeräte ergänzt. Dazu gehörten kostbare, silberne Weihrauchgefäße, mit Edelsteinen besetzte Arthophorien (Reliquiare), holz geschnitzte und in Silber gefasste Segenskreuze und mit Perlen besetzte Epimanikien (liturgische Gewänder).

In der Ausstellung waren zahlreiche Ikonen mit der Darstellung Konstantin des Großen zu sehen. Sie verwiesen auf die jahrhundertealte Konstantinverehrung in Bulgarien. Einer besonderen Form dieser Verehrung huldigten die Feuertänzer. Mit der Ikone des Hl. Kontantins in den Händen laufen die Feuertänzer über glühende Kohlen. Eine Videoinstallation in der Ausstellung dokumentierte diesen Kult.

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