Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt - Stiftung Dr. Schmidt-Voigt

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Die Sammlung des Ikonen-Museums


Hl. Katharina von Alexandria


Rußland, 18./19. Jh., Eitempera/Holz, Maße: 31,2 x 27,8 cm, Inv. Nr.: 11287
Erworben: 1821 aus der Sammlung Solly, überwiesen 1939 aus der Gemäldegalerie

Dauerleihgabe der Staatlichen Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst


Die Hl. Katharina ist eine Königstochter aus Zypern, die in Alexandrien 307 (oder 315) unter Maxentius (Maximinus) als Märtyrerin starb. Im 10. Jahrhundert wurden ihre Gebeine im Sinaikloster entdeckt. Ihre Verehrung verbreitete sich im Osten seit dem 7. Jahrhundert und im Westen seit dem 8. Jahrhundert. Seit dem 13. Jahrhundert ist sie nach der Gottesmutter die meist verehrte Heilige. Während des Barocks entwickelt sich eine Neubelebung ihres Kults. Ihre Attribute sind Krone, Handkreuz, Palme, Buch oder Rad. Sie ist Patronin der Mädchen, der Schüler, Lehrer und Philosophen, sowie aller Universitäten und Spitäler. Außerdem ist sie Patronin aller Berufe, die mit Rad und Messer arbeiten, wie z. B. Töpfer, Müller oder Bäcker.

Auf der vorliegenden Ikone ist die Heilige in königlichen Gewändern dargestellt, umgeben von Weisheits- und Martyriumsymbolen. Dieser ikonographische Typus ist während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf Kreta entstanden und wurde stark vom philosophischen Gedankengut der italienischen

Renaissancegesellschaft geprägt. Die Heilige verkörpert das damalige Ideal der aufgeklärten und anmutigen Frau. In das Bild wurden einzelne Elemente aus den italienischen Darstellungsmodi integriert, wie etwa die rechte Hand mit einem Palmzweig und die linke, die ein Kreuz hält und gleichzeitig auf einem Marterrad lehnt. Aber auch der Mantelumhang gehörte zur venezianischen Ausstattung der Frau, hier hermelinbesetzt und mit goldbestickten floralen Motiven verziert. In gleicher Weise entsprach der eng anliegende Balzo der venezianischen Haarmode.

Diese russische Ikone ist nach kretischen Vorbildern angefertigt. Im Katharinenkloster, auf der Sinai Halbinsel, werden mehrere kretische Ikonen mit der Darstellung der Hl. Katharina aufbewahrt, die eine ähnliche Komposition aufweisen. Im Vergleich zu ihnen weist die Berliner Ikone eine leichte Vereinfachung der Komposition auf: einige der Attribute sind weggelassen, wie etwa Kompaß und Tintenfaß, die Anzahl der Bücher wurde reduziert.

 

 

 


 

Öffentliche Führungen

Die öffentlichen Führungen sind thematisch ausgerichtet. Sie finden jeden Sonntag um 14 Uhr statt. Führungen für Gruppen Anmeldung telefonisch unter 069/21 23 62 62. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Kosten: 50,- zuzüglich zum Eintrittspreis. In den Schulferien finden keine Führungen statt.