Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt - Stiftung Dr. Schmidt-Voigt

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Neue Ausstellung

Lebendige Zeugen

Datierte und signierte Ikonen in Russland um 1900

22. März - 3. Juli 2005

Mit der Ausstellung „Lebendige Zeugen. Datierte und signierte Ikonen in Russland um 1900“ ist es gelungen, noch nie öffentlich gezeigte Exponate ausschließlich deutscher Privatsammlungen zusammenzustellen. Die Exposition präsentiert die russische Ikone in ihrer ganzen stilistischen Vielfalt und wertet sie erstmalig anhand von Datierungen, Signaturen, Stempeln und rückseitigen Aufschriften aus theologischer, soziokultureller und kunsthistorischer Sicht aus.

Druck auf Blech: Gottesmutter von Vladimir


Der Berücksichtigung der gesellschaftlichen Einbindung von Ikonen in das Alltagsleben der russischen Bevölkerung kommt eine besondere Beachtung zuteil. Die vielfältigen Sichtweisen auf die Ikonen in der ereignisreichen Umbruchzeit um 1900 in Russland werden dadurch lebendig. Die handschriftlichen, teilweise kaum entzifferbaren Vermerke auf den Ikonen wurden sorgfältig übersetzt und ermöglichten es so, menschliche Schicksale und historische Ereignisse für den heutigen Betrachter auf einzigartige Weise nachvollziehbar zu machen. Dabei mischen sich qualitativ hochwertige Arbeiten mit maschinell hergestellter Billigware, die jedoch in ihrer theologischen Funktion und Bewertung einander in nichts nachstehen. Zudem können durch die Aufschriften den Ikonen einzelne Werkstätten und sogar Maler zugewiesen werden, sodass die höchst unterschiedlichen Stilmerkmale, die um 1900 parallel nebeneinander existierten, deutlich werden.

Neuland in der Ikonen-Forschung


„ Lebendige Zeugen“ ist keine deskriptive Ausstellung. Sie ist ein ambitioniertes, vor allem aber schwieriges Unterfangen, insbesondere, da mit der soziokulturellen Einbindung der Ikonen Neuland betreten wurde. Zum ersten Mal steht nicht nur die Vorderseite der Ikonen im Rampenlicht. Die Ikone wird als Ganzes wahrgenommen, als Zeitzeugin, die auf der Rückseite von Hand geschriebene, kaum entzifferbare Worte aufweist und Geheimnisse preis gibt, die völlig neue Einblicke in den Umgang mit den wertvollen Bildern ermöglichen.

Umfangreicher Katalog erscheint zur Ausstellung

Rückseite der Ikone: Gottesmutter Freude aller Leidenden mit den Groschen - „Dank der lieben Gottesmutter für besonderen Schutz
und Hilfe aus gefährlicher Stellung, Sonntag den
21. Dez. 1941 ...

Von Anfang an war es beabsichtigt, im begleitenden Katalog auch die privaten Sammler zu Wort kommen zu lassen. So haben die Leihgeber Herrn Kurt Eberhard dazu bestimmt, ihre persönlichen Erfahrungen und Ansichten zusammenzufassen sowie die Ikonen auszuwählen und zu beschreiben. Natürlich geschah dies in enger Kooperation mit der Leitung des Frankfurter Ikonen-Museums. Die Ausstellungsthematik verdoppelt sich somit: Sie wird einmal aus der Sicht des Privatsammlers vertreten und einmal aus der Sicht der Institution Museum. Zwei unterschiedliche Herangehensweisen verlaufen parallel, treffen sich an manchen Stellen oder gehen in anderen Punkten auseinander. Die leidenschaftliche und die nüchtern sachliche Perspektive bauen einen Pluralismus von Herangehensweisen auf, um so den ganzen Kosmos auszuschöpfen, den die Ikone in sich trägt.


Ausstellungskatalog:
Lebendige Zeugen
Datierte und signierte Ikonen
in Russland um 1900
312 Seiten, über 152 groß-formatige Abbildungen in Farbe
Wissenschaftliche Beiträge sowie aufschlussreiche Informationen zu den Ikonen und deren Rückseiten
ISBN: 3-932942-17-5
EUR 25,–
Erschienen im Legat-Verlag, Tübingen.
Weitere Informationen unter www.legat-verlag.de

 

 

 

 

 


Lebendige Zeugen

[Bildergalerie]
hr-online.de: Auf Spurensuche - Ikonen als "lebendige Zeugen"
Kurs: Die Ikone im Kontext der russischen Malerei um 1900

In den Kursen werden bis heute noch wenig erforschte, aber sehr spannende und aufschlussreiche
Parallelen zwischen Ikone und Malerei in Russland um 1900 untersucht.
[mehr]

Unser Programm als .pdf-Datei

Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10-17
Uhr, mittwochs von 10-20 Uhr geöffnet.


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