Emmanuel Tzanes "Verkündigung"
Venedig,
1640
Eitempera/Holz
Inv. Nr.: 11284
Dauerleihgabe der Staatlichen Museen zu Berlin,
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Zu beiden Seiten der Verkündigung verlaufen acht kleine
Randbilder mit Prophetendarstellungen. Aus einem üppig gestalteten
Himmelssegment schaut Gottvater, umflattert von Engeln, segnend
herab. Der Heilige Geist erstrahlt und wirft göttliches
Licht auf die Gottesmutter. Die eigentliche Verkündigungsszene
erreignet sich vor dem Hintergrund einer italienischen Renaissancearchitektur
mit Ausblick auf eine Landschaft.
Die Komposition ist ausgewogen und kompakt, die zwei Zentralfiguren, in byzantinischer
Manier, sind bis zur Perfektion grazil und anmutig. Das Kolorit ist harmonisch.
Auf den Randbildern sind dargestellt von links oben nach unten: Jakob, David,
Ezechiel und Daniel. Von rechts oben nach unten: Moses, Aaron, Jesaja und Habakuk.
Emmanuel Tzanes hat es meisterhaft vermocht, in jede dieser Darstellungen jeweils
eine Prophetenvision, verbunden mit der unbefleckten Empfängnis, ins Bild
zu integrieren.
Diese form-vollendete Arbeit dürfte zu Emmanuel Tzaness Frühwerk
gerechnet werden. Tzanes entwickelte sich zum bedeutendsten Vertreter der italo-kretischen
Schule des 17. Jahrhunderts in Venedig. In seinen Arbeiten verbindet er Elemente
der venezianischen Renaissance mit der byzantinischen Ikonographie zu harmonischen
Kompositionen. Seine Gestalten strahlen Ruhe und Ernst aus. Nahezu sein ganzes
Oeuvre ist signiert und datiert. Erhaltene Werke von ihm gibt es in Venedig,
Athen, Berlin, London und St. Petersburg. |